Auf der Demonstration wurde vor allem auf den laufenden Wahlkampf der rechtsextremen Partei NPD, welche große Unterstützung von den gewalttätigen und offen neonazistisch auftretenden „Freien
Kameradschaften“ bekommt hingewiesen. Eine besonders aktive Kameradschaft agiert in der Region in und um Schneverdingen, die „Snevern Jungs“.
Der Name „Snevern Jungs“ soll vor allem Bodenständigkeit vermitteln und harmlos klingen.
Ihre Mitglieder verfolgen ein gemeinsames Ziel: Die Integration in der Mitte der Gesellschaft, so dass sie von dort aus problemlos und unerkannt ihre menschenfeindlichen Ideologien verbreiten und
ihre neonazistischen Ziele verfolgen können.
So nahmen diese zum Beispiel an Aktionen wie „Sauberes Schneverdingen“, einem
Skat-Turnier der „katholischen Männergemeinschaft“ und den Heideläufen der vergangenen Jahre teil.
Gerade in der nun heißen Phase für die Landtagswahlen im Januar 2008 mobilisiert die NPD die „Freien Kameradschaften“ als Wahlkampfhelfer. So halfen z.B. mehrere Mitglieder der „Snevern Jungs“
bei diversen Infoständen der NPD im Landkreis Soltau-Fallingbostel.
Außerdem treten auch mehrere „Kameraden“ der „Snevern Jungs“ als Direktkandidaten für die NPD an: Stefan Klingenbeil für den Wahlkreis Walsrode, der mehrfach vorbestrafte Roman Greifenstein für
den Wahlkreis Lüneburg und der in Schneverdingen wohnende Anführer der „Snevern Jungs“ Matthias „Matten“ Behrens für den Wahlkreis Soltau.
Matthias Behrens gilt als einer der wichtigsten Kameradschaftsführer in Niedersachsen und nimmt regelmäßig am sogenannten „Stammtisch Nordmark“, einem Treffen von rechtsextremistischen
Kameradschaften teil. Auch sind auf fast allen Neonazi-Aufmärschen in Norddeutschland „Snevern Jungs“ anzutreffen, dort fungieren sie teilweise als Ordner und/oder gehen handgreiflich gegenüber
Andersdenkenden vor.
Trotz der schlechten Route, die von der Polizei vorgeschrieben wurde, machten die ca. hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch laute Sprechchöre und durch ca. 500 verteilte Flugblätter die
Schneverdinger BürgerInnen auf das braune Gedankengut, welches leider auch in ihrer Stadt vertreten ist, aufmerksam.
Außerdem wurden vor dem Rathaus mehrere Redebeiträge gehalten, so z.B. über den NPD-Wahlkampf und über die Snevern-Jungs und insbesondere über Matthias Behrens.
Die TeilnehmerInnen machten des Weiteren darauf aufmerksam, dass zwar ein großer Teil der Ratsmitglieder einer „Resolution gegen Rechts“ zugestimmt haben, aber bis jetzt noch nichts gegen die
rechten Machenschaften in Schneverdingen getan wurde. Ganz im Gegenteil, eine antifaschistische Veranstaltung in der KGS wurde von Bürgermeister Kasch verboten und musste deswegen auf eine
Gaststätte ausweichen.
Vereinzelt sah man am Rande der Demonstration Nazis, diese waren aber eher damit beschäftigt sich zu betrinken als gegen die Demonstration aktiv zu werden.
Die Spontandemonstration wurde von Mitbürgerinnen und Mitbürgern, trotz des massiven Polizeiaufgebotes von ca. 80 BeamtInnen, sehr positiv aufgefasst, einige schlossen sich sogar der Demo an.
Trotz des guten und friedlichen Verlaufes des Protestes, kam es nach der Auflösung noch zu einer Eskalation mit der Polizei. Ein Demonstrant brachte einen Aufkleber an einer Straßenlaterne an,
daraufhin stürmten einige Polizisten in die Menge und zogen den „Straftäter“ weg. Als es zu Gegenwehr aus der Gruppe der AntifaschistInnen kam, wurde ein weiterer Teilnehmer festgenommen. Dabei
wurde er auch mit dem Gesicht brutal zu Boden gedrückt. Im laufe des Nachmittages kamen die festgenommen Demonstrationsteilnehmer wieder frei.
Die Eskalation war eindeutig gewollt, in einem Cafe wurden zwei bekannte Staatschutzbeamte dabei „belauscht“ als sie sagten das die Demonstration später auf jeden Fall noch eskalieren muss.
Drei Stunden nach Ende des Protestes merkten die „Snevern Jungs“ auch endlich das etwas nicht alltägliches in Schneverdingen stattfindet. Die ca. zehn Nazis, unter ihnen u.a. Matthias „Matten“
Behrens, Marcel Schindler, Stephan Klingenbeil, Michael „Poldi“ Feldmann und wahrscheinlich auch Benjamin Hircher, forderten einen „offenen Schlagabtausch“ und bedrohten die anwesenden
AntifaschistInnen massiv. Diese flüchteten in einen nahe gelegenen Supermarkt, als die Neonazis diesen betraten, bekamen sie von einer hilfsbereiten Mitarbeiterin sofort Hausverbot. Dies zeigt
das es auch in Schneverdingen couragierte Bürgerinnen und Bürger gibt die sich offen gegen Rechtsextremismus aussprechen und engagierten Antifaschistinnen und Antifaschisten helfen.
Im großem und ganzem kann der heutige Protest in Schneverdingen als voller Erfolg angesehen werden und es wurde gezeigt das auch in der Heide die NPD und die rechtsextremen „Freien
Kameradschaften“ unerwünscht sind.
Nazis durch die Heide jagen!
Autonome.Antifa.SFA.
