Sunday, 27. january 2008 7 27 /01 /Jan. /2008 06:25

Zum vorfall in schneverdingen der pressetext der polizei:

polizeibericht    Fri, 25 Jan 2008 10:25:11 +0100

Soltau-Fallingbostel (ots) - 24.01. Wahlplakate beschädigt - Täter durch Gruppe verfolgt und gestellt... Schneverdingen: Während zwei 21- und 22-Jährige Männer aus Lüneburg bzw. Hamburg im Bereich der Heberer Straße in Schneverdingen mehrere Wahlplakate beschädigten bzw. entfernten, wurden sie kurz vor 1.00 Uhr von einer Gruppe von fünf Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren überrascht. Über die folgenden Ereignisse gehen die Darstellungen der beteiligten Parteien auseinander. Während die beiden jungen Männer und ihre 21-Jährige Fahrerin der Polizei mitteilten, durch mehrere Mitglieder der Gruppe geschlagen und getreten worden zu sein, gaben die Gruppenmitglieder an, die flüchtenden Täter verfolgt und gestellt zu haben, um sie anschließend der Polizei zu übergeben. Zwar seien die beiden Täter und einige Mitglieder der Gruppe hierbei gestürzt, geschlagen und getreten hätte die beiden Täter jedoch niemand. Die beiden 21 und 22 Jahre alten Männer wurden im Heidekreisklinikum Soltau ambulant behandelt. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung bzw. Körperverletzung gegen die Beteiligten ein.


und  Augenzeugen  Bericht:

Anzeige ist schon von der polizei erstattet.

einer meiner Freunde wurde von 3 Nazis verfolgt,
zu Boden geworfen und dann getreten.
er hat "nur" prellungen und es geht ihm soweit
wieder ganz okay.

der andere wurde von 2 nazis verfolgt (dabei
auch NPD-Landtagskandidat und Kameradschaftsfüher der "Snevern-Jungs" Matthies Behrens) und zu Boden geworfen.
weiter haben sie aber nichts gemacht.

eine Zeugin saß im Auto und hat das auch
gesehen.

beide Opfer sind dann ins Krankenhaus
gefahren und haben sich alle Verletzungen
aufschreiben lassen.

die Nazis haben die beiden, gegen ihren willen
natürlich, fotografiert.

die Polizei hat ironischerweise einer der Nazis
gerufen. die Beamten haben alle personalien
aufgenommen.

sie meinten außerdem zu meinen freunden, dass
diese wegen der Plakate nichts zu befürchten hätten.

leider kennen die beiden sonst keine Namen.
die polizei hat alle, aber sie sind den Opfern nicht
namentlich bekannt.

Schneverdingen scheint jetzt wieder voll mit NPD-plakaten
zu sein...


von Andrea Röpke  24.1.08 für "Blick nach Rechts" (BNR):

Woche für Woche versendete die NPD in Niedersachsen neue Pressemitteilungen in die Redaktionsstuben der ansonsten verhassten „Systempresse“. Entweder Spitzen-kandidat Andreas Molau oder der für die Medienarbeit zuständige Patrick Kallweit  aus Vienenburg kündigten jedes Mal große Aktionen an. Einmal teilte  Molau der Peiner Allgemeinen Zeitung Mitte Januar mit, dass nun 40.000 Stück des DVD-Werbeträgers „Offensiv“ unter das Wahlvolk gebracht werden sollten und die NPD-Verbände angewiesen waren, „zusätzliche Exemplare“ zu brennen, „um somit die Auflage auf mindestens 80.000 zu verdoppeln“.  Dann lud Molau Journalisten zu einer Buchvorstellung seines ersten Romans  „Die Entdeckungen des Alexander Kern“ nach Göttingen ein. Die musste dann allerdings ausfallen, weil es Gegen-demonstranten gelungen war, bis in den Saal des noblen Hotel Gebhards in der Innenstadt vorzudringen.  Mit den kurzen Worten „marschbereit machen“ ordnete einer der NPD-ler  den leisen  Rückzug an.
Die von Kallweit organisierte Doppelkundgebung in Goslar und Salzgitter am 19. Januar mobilisierte  nur  rund 60 Kameraden, obwohl die Rednerliste mit NPD-Chef Udo Voigt und Christian Worch szene-prominent besetzt war. In der Harzstadt Goslar gingen die braunen Tiraden in einem Pfeifkonzert unter und in Salzgitter mochte keiner der Kandidaten auf einem menschenleeren Festplatz reden. Nach nur 15 Minuten zog die unerwünschte Truppe wieder ab.  Vonseiten der NPD hieß es später, die Teilnehmer hätten „den Rest des Tages“ noch für „Verteil- und Plakataktionen“ genutzt.
 Parallel dazu wurde in einer „Medien-Information“ des Landesvorsitzenden der „Jungen Nationaldemkraten“ Daniel Fürstenberg eine „Jungwähleroffensive“ der NPD Verden angekündigt.  Denn die Jugend solle wissen, dass „die NEUE Zeit vor der Tür steht. Sie kann diese Tür mit ihrer Stimme öffnen“. Drei NPD-Aktivisten, die am 22. Januar einen Info-Stand in der Reiterstadt an der Aller durchführten und kaum auf   Interesse bei Schülern stießen, trugen diese „Offensive“ an die Öffentlichkeit.
Das wenige was bei der niedersächsischen NPD erfolgreich zu verlaufen scheint, sind Postwurfsendungen und Verteilungen von Wahlkampfzeitungen in Wohn-gebieten. Infostände fanden kurz vor der Landtagswahl u.a. in Hannover-Langenhagen, Celle, Osnabrück, in den Landkreisen Rotenburg und Soltau-Fallingbostel statt. Im Landkreis Stade  stellte Landtagskandidat Adolf Dammann insgesamt nur einen Infostand in Buxtehude auf die Beine, mit wenig  Unterstützung aus der Region. In Wilhelmshaven liefen Anhänger der AG Wiking und Schweriner Kameraden von Haus zu Haus, einen Informationsstand gab es nicht in der Stadt am Jadebusen.
Auch die JN Sachsen-Anhalt hatte in einem internen Schreiben die „Unterstützung für den Wahlkampf in NDS“ als „bisher eher schlecht als Recht“ kritisiert.  Daher wollte die Bundesführung der Jungen Nationaldemokraten „die Kameraden dort unterstützen“ und am 21. Januar, sechs Tage vor der Wahl, eine Schülerzeitung „gegen Mittag (Schulschluss) in NDS (Nähe Grenze zu S-A) verteilen“.  Eindringlich wurden Sympathisanten aufgerufen mitzumachen um so die landesweiten Wahlhelfer der NPD mit einer “konzertierten Aktion“ zu unterstützen. Tatsächlich schien diese „Schüler-Aktionstag“ aber ebenso wie DVD-Verteilaktionen nur an wenigen Orten stattgefunden zu haben, u.a. an einer Realschule im Landkreis Wolfenbüttel, an der Adolf-Kolping-Schule in Lohne bei Vechta und im Berufsschulzentrum in Northeim. Für die letzten Tage  setzen die NPD-Strategen auf  Lautsprecherfahrten. Auch die  Einwohner abgelegener Gebiete sollen, wie im Wahlkampf in Mecklenburg-Vor-pommern, mit monotonen Endlos-Parolen bis in die Wohnzimmer hinein berieselt werden.
Wie es scheint plagen personelle Nöte und interne Auseinandersetzungen die NPD-Wahlkämpfer. In manchen Landkreisen hängt kaum ein Plakat. In anderen Orten sind sie so hoch oben angebracht, dass sie nicht mehr lesbar sind. Oft sind die aufgehängten Werbeträger auch nach nur kurzer Zeit entfernt – ersetzt werden sie in diesem Wahlkampf nicht. In Schneverdingen kam es Mittwoch Nacht zu Auseinandersetzungen beim Plakatieren. Zwei Jugendliche sollen von Neonazis ange-griffen und verletzt worden sein.
Einigen NPD-Protagonisten gelang es durchaus etablierte Medien zu nutzen. Das  Anzeigenblatt „Wolfenbütteler Schaufenster“ verteilte in seiner Ausgabe vom 16. Januar  die vierseitige Wahlkampfzeitung der Neonazis, als sei es eine ganz normale Beilage. „Wir behandeln alle gleich und somit darf auch jede Partei im Wahlkampf bei uns werben“,  rechtfertigte die Anzeigenleiterin das Verhalten des Verlags. Der Chefredakteur jedoch wiegelte ab, die Redaktion habe von der Beilage nichts gewusst. Die „Grünen“ forderten die Zeitung schließllich auf, erzielte Werbeeinnahmen für die Prävention gegen Rechts zu spenden.
Zu den „Achimer Argumenten“ einer Podiumsveranstaltung mit Kandidaten zum Thema „Jugendkriminalität“, veranstaltet vom Achimer Kreisblatt, wurde der wegen Volksverhetzung vorbestrafte NPD-Kandidat Rigolf Hennig nicht eingeladen. Die NPD, als menschenverachtende Partei sollte keine Plattform erhalten. Die Neonazis um Hennig und Fürstenberg gaben sich danach damit zufrieden, wenigstens im darauffolgenden Zeitungs-Bericht als Unruhestifter im Saal erwähnt zu werden.
Andere Kandidaten wie Adolf Dammann oder Niels Fortmann aus Nienburg wurden bereitwillig mit Foto und ausländerfeindlichen Sprüchen in der Lokalzeitung vorge-stellt. Doch auch diese umstrittene Chance auf kostenlose Werbung wussten drei NPD-ler nicht zu nutzen. Weil sie nicht bereit waren, den „Harburger Anzeigen- und Nachrichten“ weder persönliche Daten noch ein Foto zu überlassen, durften sie auch keine politischen Aussagen machen –
 Andrea Röpke
von DV - Community: Heidekreis
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Kommentare

Augenzeugenberichten zufolge scheint die NPD auch in Städten mit erhöhtem rechten Potential mittlerweile leichte Mobilisierungsprobleme zu haben: Der wie gewohnt großspurig für den 08.11.08 (und somit widerwärtig einen Tag vor dem Reichspogromnacht-Jahrestag angesiedelte) bundesweit angekündigte "große" Aktions- und Informationstag fiel z.B. in Wolfenbüttel eher ins Wasser. Am Infostand in der Wolfenbütteler Fußgängerzone fanden sich gerade 3-5 NPD-Aktivisten ein, während sich eine ca. 30-50 Personen starke Gegnergruppe aus allen Teilen des politischen Spektrums einfand. Zeugen zufolge lieferte sich Andreas Molau einen heftigen Wortwechsel mit dem Wolfenbütteler Bürgermeister Thomas Pink (CDU) und dem SPD-Landrat Jörg Röhmann, der von Molaus Seite mit der üblichen NPD-Rhetorik geführt (und vom Staatsschutz mitstenographiert)wurde. Als die Polizei die nicht angemeldete Zusammenkunft der NPD-Gegner auflösen wollte und darauf vom Bürgermeister angeblich die Auskunft bekam, dass es sich nicht um eine Gegendemonstration handele, sondern hier einfach Bürger zusammen ihren samstäglichen Kaffee trinken wollten und sich dabei von der Hetze der NPD gestört fühlen, kam als Beweis dafür Herr Röhmann auch schon mit einer großen Anzahl "Coffee2go" herbei, was der Polizei ein wenig den Wind aus den Segeln nahm. Die NPD sammelte daraufhin ihren aus nicht geklärten Umständen zusammengebrochenen Infotisch ein und trat die Heim-ins-Reich-Reise an. Diese Schilderung eines uns bekannten Augenzeugen zeigt, dass der Widerstand gegen NPD-Infostände mittlerweile eine breite Resonanz in der Bevölkerung hat. War der öffentliche Widerstand noch vor wenigen Jahren vorrangig Betätigungsfeld außerparlamentarischer antifaschistischer Gruppen, zeigen nun auch bürgerliche Parteien Einsatz. Natürlich wird die NPD daraus wieder den Schluß ziehen, das ganze "System" sei "links", aber jeder weiß ja mittlerweile, dass "links der NPD" nicht automatisch "links" liegt...
Kommentarnr1 gepostet von IG-Ententeich am 29.11.2008 um 01h08

Die Tendenz, das Bürger sich zur Wehr setzen, kann man an mehreren Orten erleben. Es kann (und darf) jedoch nicht dazu führen in unserer Aufmerksamkeit nachzulassen.

1. Werden dei Neonazis in ihrer Vorgehensweise immer geschickter

2. Es gibt immer noch zu viele Menschen die Nazis (Gedanken, Taten) ignorieren statt bekämpfen wollen.

Das kann keine Strategie sein. Wehret den Anfängen.

Antwort von DV am 29.11.2008 um 11h17
Es kann und darf einfach nicht sein, dass dieses braune, undemokratische Drecksgesocks immer weiter und immer offensiver sein Unwesen treiben kann. Es kann nicht sein, dass diese
faschistischen Elemente (die selbst teilweise schlechter die deutsche Muttersprache beherrschen als so mancher hier lebende ausländische Mitbürger...) für sich öffentlich in Anspruch nehmen, die Meinung der Mehrheit aller Deutschen zu vertreten (was nicht stimmt) und die Leute mit hohlen, billigen Parolen zu ködern respektive ihre Ansichten mit Gewalt durchzusetzen. Es kann auch nicht sein, dass diese paranoiden Heuchler für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen und gleichzeitig alle, die eine andere Meinung vertreten, eliminieren wollen. Und es darf schon garnicht sein, das Menschen angesichts dieses widerwärtigen Treibens wegschauen oder es stillschweigend hinnehmen. Darum bin ich strikt dafür, die Nazis mit aller Macht und allen zur Verfügung stehenden (intelligenten) Mitteln zu bekämpfen. Nieder mit den braunen Dreckschweinen, sowas darf hier nie wieder an die Macht kommen !!! Solche Idioten hat kein Land der Welt verdient.
Kommentarnr2 gepostet von MJ am 1.04.2009 um 10h36

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