„Was heißt hier Frieden?“
Landrat Manfred Ostermann eröffnet Ausstellung im KGS-Forum
SCHNEVERDINGEN (mk). „Wir
schreiben das Jahr 2007. Immer
noch gibt’s auf dieser Welt zuviele
Kriege. Ist es traurig oder schwach,
daß die Menschheit sich in all diesen
Jahren kaum geändert hat?“ -
so lautet der Refrain des Songs
„Das Jahr 2007“, mit dem die
Schülerbandand „Klutz“ am vergangenen
Montagvormittag im Forum
der Kooperativen Gesamtschule
Schneverdingen die Eröffnung
der Ausstellung „Was heißt
hier Frieden?“ eingeläutet hat. Ein
passender Text für die Wanderausstellung,
die der Volksbund
Deutsche Kriegsgräberfürsorge
(VDK) entwickelt hat. Die Präsentation
richtet sich an Schülerinnen
und Schüler aller Schulformen ab
dem 5. Jahrgang und ist bis zum
22. Februar während der Öffnungszeiten
der KGS auch öffentlich
zugänglich.
Die Stellwände der Ausstellung,
die vom Volksbund konzipiert worden
ist, um in den Schulen die Auseinandersetzung
mit den Themen
Friedenserziehung und Erinnerungskultur
anzuregen, befassen
sich mit drei Schwerpunktthemen:
„Vorurteile abbauen“, „Gemeinsam
gegen Krieg und Gewalt“ und „Erinnern
für die Zukunft“. KGS-Leiter
Wolfgang Winter betonte, daß das
Thema der Ausstellung aufgrund der
weltpolitischen Lage „leider ständig
aktuell ist.“ Friedensarbeit sei jedoch
nicht nur eine Aufgabe der Weltpolitik,
sondern fange bereits beim Miteinander
in der Familie und auch in
der Schule an. „Wir sind eine Schule
ohne Rassismus und eine Schule
mit Courage, deshalb paßt diese
Ausstellung hierher“, so der Schulleiter.
Er würdigte zudem das Engagement
von Bettina Fack, die sich
um die Organisation der Ausstellung
und der Auftaktveranstaltung gekümmert
hatte.
Ähnlich wie der Schulleiter äußerte
sich Landrat Manfred Ostermann,
der die Präsentation offiziell eröffnete.
Ostermann ist Vorsitzender des
VDK-Kreisverbandes und möchte
die Schulen verstärkt in die Arbeit
des Volksbundes einbinden. Bislang
engagiere sich im Volksbund größtenteils
die ältere Generation. „Das
ist zu wenig, wenn ich an die Zukunft
denke“, meinte der Landrat. „Bleibt
aktiv, bringt Euch ein, gestaltet die
Zukunft mit“, appellierte er daher im
vollbesetzten KGS-Forum an die
Schüler.
Jan Effinger, Geschäftsführer des
VDK-Bezirksverbandes Lüneburg/
Stade, informierte die Schüler
über die Geschichte und die Arbeit
des 1919 gegründeten Volksbundes,
der die sich im Ausland befindenden
Gräber der Opfer von Krieg und
Gewaltherrschaft erfaßt, erhält und
pflegt, aber auch bei der Erhaltung
der Kriegsgräber in Deutschland
hilft. Effinger ging auch auf die eigenständige
Jugend- und Schularbeit
des gemeinnützigen Vereins mit
humanitärem Auftrag ein: „Es geht
darum, die junge Generation anzusprechen
und ihr zu zeigen, was
Krieg bedeutet, damit sich so etwas
nie wiederholen kann.“ Daher unterstütze
der Volksbund auch die
Schulen in ihrem Auftrag zur Friedenserziehung
und politischen Bildung.
Seit 1953 führt der Volksbund jährlich
rund 3000 junge Menschen an
den Kriegsgräbern zusammen. Sie
helfen in internationalen Workcamps
in Deutschland und im Ausland bei
der Pflege der Gräber, um diese als
Mahnung zum Frieden zu erhalten.
Außerdem betreibt die Organisation,
die ihre Arbeit zum allergrößten Teil
aus freiwilligen Mitgliedsbeiträgen
und Spenden finanziert, fünf Jugendbegegnungsstätten
in den Niederlanden,
Belgien, Frankreich, Italien
und an der deutsch-polnischen
Grenze auf Usedom.