Nein zu „Wölfen im Schafspelz“
Rechtsradikalismus: Realschüler in Neuenkirchen beteiligen sich mit Projekt an Landkreis- und Polizeiangebot
at Neuenkirchen. „Wir hören immer so Sachen.“Aber frei nach demMotto „Nichts genaues weiß
man nicht“ fehlte den Schülern der 9. Realschulklasse in Neuenkirchen dann doch konkretes
Wissen über ein heikles Thema: den Rechtsradikalismus. Deshalb kam ihrem Klassenlehrer
Detlef Guthardt und dem Schul-Sozialpädagogen Jan Buse-Levecke ein Angebot des Landkreises
in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion gerade recht.
„Wölfe imSchafspelz – Rechtsextremismus in Deiner Region“ forderte Schulklassen auf, sich im
Rahmen von Projekttagen oder -wochen intensiv mit demThema auseinanderzusetzen. Als Lohn
für ein qualitativ hochwertiges Projektergebnis winkt ein dreitägiger
kostenloser Aufenthalt auf dem Jugendhof Idingen. Dabei geht es dann dort um die Stärkung
der eigenen Persönlichkeit. Start für das Projekt in Neuenkirchen war am Montag. Dabei
stand eine von der Polizei zur Verfügung gestellt DVD über das Thema im Mittelpunkt. „Uns war
bei der Vorbereitung besonders wichtig, dass wir hier den regionalen Bezug herstellen“, erklärten
Guthardt und Buse-Levecke. Deshalb informierten sich beide bereits im Vorfeld über bekannte
Strukturen. Am Dienstag beschäftigten sich die 18 Schüler der 9 R zunächst mit einer Wortsammlung.
Dabei schrieben sie alles auf, was ihnen zu Rechtsextremismus einfiel. Interessant
wurde es kurze Zeit später als Thorsten Möhlmann vom Fachkommissariat Staatsschutz der
Polizeiinspektion Soltau Zahlen und Fakten zu rechten Umtriebenin der Heide darlegte. Dabei
ging er insbesondere auf verbotene Abzeichen und Musik ein – Beispiele hatte er dabei –, nahm
Ursachen und Folgen unter die Lupe und widmete sich den hiesigen Kameradschaften so auch
den Snevern Jungs. Die Aktion gegen Rechtsextremismus ist in Neuenkirchen auf
13 Schulstunden festgelegt. Insgesamt haben sich sieben Klassen an fünf Schulen an dem Projekt
beteiligt, das auf Nachhaltigkeit setzt. Als ein möglicher Erfolg sei bereits zu werten
wenn durch die „Wölfe imSchafspelz“- Aktion nur ein Jugendlicher, der mit der rechten Szene
sympathisiert, davon abgehalten werde, sagte Karl Stemler. Er ist bei der Polizei für den Bereich
Jugendsachen verantwortlich.
Böhme Zeitung 28.02.2008